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Gold Medal der Acoustical Society of America an Gerhard Sessler

Die Gold Medal der Acoustical Society of America (ASA) wurde Prof. Sessler am 20. Mai 2015 bei der 169. Tagung dieser Gesellschaft in Pittsburgh, Pennsylvania verliehen. Nach der Verleihungsurkunde wurde die Medaille “For the development of electret and silicon-based micromachined microphones“ zuerkannt.

Mit dieser Medaille würdigt die ASA wegweisende Beiträge im Bereich der Akustik. Sie ist die höchste Auszeichnung dieser Gesellschaft und wurde erstmals 1954 verliehen. Zu den früheren Empfängern gehören unter anderem auch der Erfinder des Kondensatormikrofons, Edward Wente und der ungarische Nobelpreisträger Georg von Békésy.

Maxwell Award für Gerhard Sessler

Für seine Beiträge zu elektroakustischen Wandlern, für die Entwicklung des Siliziummikrofons und für seinen Arbeiten zu elektroaktiven Materialien wurde Professor Dr. Gerhard M. Sessler, emeritierter Professor am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik der TU Darmstadt, am 26.09.2012 in Edinburgh von Prinz Philip mit dem renommierten IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award ausgezeichnet.

Prof. Dr. Gerhard M. Sessler nahm den IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award von Prinz Philip, Duke of Edinburgh, entgegen. Bild: Gary Doak
Prof. Dr. Gerhard M. Sessler nahm den IEEE/RSE Wolfson James Clerk Maxwell Award von Prinz Philip, Duke of Edinburgh, entgegen. Bild: Gary Doak

Gerhard Sessler arbeitete von 1959 bis 1975 bei den Bell Laboratories in den USA. Dort entwickelte er gemeinsam mit Dr. James E. West im Jahre 1962 das Polymer-Elektret-Mikrofon. Derartige Mikrofone sind leistungsstark, klein und billig. Sie sind bis heute die weltweit verbreitetsten Mikrofone und werden in großer Stückzahl (über zwei Milliarden pro Jahr) hergestellt. Anwendung finden sie vor allem in Hörgeräten, Telefonen, Videokameras sowie im Rundfunk und Fernsehen.

1975 wurde Gerhard Sessler an die Technische Universität Darmstadt auf die Professur Elektroakustik berufen. Sessler und seine Mitarbeiter entwickelten dort in den 1980er Jahren das erste Silizium-Kondensator-Mikrofon, eine höchst innovative Technologie, die die Produktion von tausenden von Kleinst-Mikrofonen auf einer einzigen Silizium-Scheibe ermöglicht. Damit war nicht nur eine weitere Miniaturisierung im Vergleich zum Elektret-Mikrofon möglich, sondern es konnten auch andere Eigenschaften, wie beispielsweise die Temperaturbeständigkeit oder die Unempfindlichkeit gegenüber Erschütterungen verbessert werden.

Die auch als MEMS-Mikrofone (für MicroElectroMechanicalSystems) bezeichneten Silizium-Mikrofone werden heute ebenfalls in Stückzahlen von über eine Milliarde pro Jahr hergestellt. Eingesetzt werden sie vor allem in Mobiltelefonen, aber auch in Laptops, Tablet PCs, Spielkonsolen und Kameras. Zur Geräuschunterdrückung benutzen heutzutage auch die meisten Smartphones bereits zwei oder mehr MEMS-Mikrofone.

Der IEEE/Royal Society of Edinbugh (RSE) Wolfson James Clerk Maxwell Award wurde 2006 zu Ehren des im schottischen Mathematikers und Physikers James Clerk Maxwell (1831-1879) ins Leben gerufen. Maxwell legte mit seinen Arbeiten die Grundlagen für die elektromagnetische Wellen-Theorie, Funkausbreitung, Mikrowellen-Technik und den Funkverkehr. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt wegweisende Beiträge, die einen außergewöhnlichen Einfluss auf die Entwicklung der Elektronik und Elektrotechnik oder einem verwandten Gebiet haben. Der Preis wird jährlich vergeben.